Das ist Ibiza

photos, writings, collection, book

limited author’s edition, 2007

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Seeking for lost stories in hidden corners.

A journey through living ambience.

Twenty-five photos, twenty-five stories.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

size. 105 210 mm, 55 pages, hardcover, hand-bound

Special Edition: 50, German

 

 

 

 

Das ist Ibiza

 

Das ist Ibiza

 

Das ist Ibiza

 

Das ist Ibiza

 

 

Das ist Ibiza

 

Das ist Ibiza

 

 

 

 

read an extract ...

 

Verzeichnis einiger der in diesem Werk benutzten Wörter

Absahnen Ader Äffchen Akkord Alltäglichkeit Antwort Aschenbecher Aufflackern

Bann Bärenzimmer Besitz Biberbau Blick Bohne Brühe Buchstaben Bude

Chance Couleur Cocktail-Rezepte

Dinge Distributionsprozess

Ecke Eigenheim Eindruck Einstellung Exemplar Exhibitionist

Fahrrad Faust Fauxpas Februar Finale Flaggenspieße Flohmarkt Freischwimmer

Gaben Gardine Geheimnis Generalprobe Geschmack Gruppenreisen Gummihand Gymnastikraum

Hamburg Happy-End Hartnäckigkeit Heidschnucke Holztruhe

Impulsivität Inspektion

Jäger Jahr Jeans Jungs

Kaktus Keller Kettenraucherin Knigge Königssohn Koffer

Mann Meinungen Miene Mitte Moment Mutter

Nase Neigung Non-Plus-Ultra Norwegen Not

Obolus Ohrenschmaus Ort Ostern

Palme Party-Hit Passion Persönlichkeit Pferdestammbaum Pinkeln Plätzchen Puppenbügel

Quäntchen

Raritäten Rechenfehler Regal Rehbock Riesengebirge Rücken

Schaf Schild Schindluder Schnapsgläschen Schwarzwald Sinn Skiurlaub Sleeping-Beauty Spiel Stöbern Stolz Sympathien

Tante Thema Tierarten Tramperschilder Troll Türstopper

Überfluss Überredungskunst Umzug Untiefen Urkunden

Verfeinerung Verkäufer Vitrine Volk Vorwürfe Wachsfleck

Wand Warenkorb Weihnachtsbaumspitze Weserbergland Windstoß Wunsch

Zeit Zeug Zigarette Züchter Zweisamkeit

 

 

Der Pferdestammbaum

Ich liebe chinesische Ramschläden. Als ich nach einem spontanen Streifzug durch einen solchen nach Hause kam, stellte ich fest, dass mich der fleißige Verkäufer zum Kauf einiger Paletten von Pferdeaufklebern überredet hatte. In diesem Laden boten sie alle erdenklichen Tierarten in allen erdenklichen Größen in Stickerform feil, aberdie Pferde hatten es mir so sehr angetan, dass ich sie mir leisten musste. Da ich sie dann doch als wenig praktikabel befand, verschwanden sie relativ schnell in den Untiefen meines Zimmers. Irgendwann, beim Stöbern, fand ich sie wieder, und in einem Anflug von Verwendungssucht, klebte ich einen Stammbaum auf den Kühlschrank. Die Pferde waren schnell aufgebraucht, also integrierte ich nun doch Hunde und Katzen. Später schrieb ein Freund einen Namen über das obere Pferd, den Vater. Mittlerweile haben es ihm manche nachgetan, was mich freut, da die Pferde an Persönlichkeit gewinnen.

 

 

Weihnachtsbaumspitze

Ich würde mich nicht als gleichgültigen Menschen bezeichnen, aber nach einigen Dingen steht mir selten der Sinn. Das betrifft hauptsächlich Festivitäten, vor allem die um meinen eigenen Geburtstag kreisenden. Mit einer
gewissen Hartnäckigkeit übersehen manche Freunde diese Einstellung. Zu allem Überfluss überreichen sie mir alljährlich gut gemeinte Gaben. Bevor diese Dinge von alleine verloren gehen, schaffe ich sie meist vorher aus dem Weg. Ziemlich nachträglich bekam ich zu meinem letzten Geburtstag eine Weihnachtsbaumspitze. Vielleicht lag es an dem nachträglich, vielleicht an einer Bohne, die mir ein Freund kurz zuvor hinterlassen hatte. Die Schote war mit einem Band umwickelt und passte in die Spitze wie die Faust aufs Auge. Ich ließ ihnen ihre Zweisamkeit und steckte sie in die Palme. Nun formen sie zusammen einen Akkord.

 

 

Aschenbecher

Mit sieben Jahren zog ich das erste Mal an einer Zigarette. Mit fühnzehn konnte man mich guten Gewissens als Raucherin bezeichnen. Ich tat es jedoch heimlich und hütete mein Geheimnis. Die einzige, die davon wusste, war meine Großmutter. Sie hieß Martha Mandel und rauchte eigentlich ständig. Ich glaube, sie war die erste richtige Kettenraucherin, die ich in meinem Leben ­kennenlernte. Meine Großmutter hegte eine Liebe zu winzigen Aschenbechern. Saß man mit ihr am Tisch und rauchte, musste das Gefäß spätestens nach drei Kippen geleert werden. Den Herzaschenbecher mit Zwerg gebrauchte sie nie. Zeit ihres Lebens stand er in einer Vitrine. Mit den
Jahren habe auch ich ein Faible für Aschenbecher entwickelt. Es handelt sich dabei jedoch um selbst oder handgemachte. Ich würde behaupten, man kann nicht genug von ihnen besitzen.

 

 

 

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

impressum © by Franziska Nast